Installation von Fedora 7
Ich schildere in diesem Artikel meine Erfahrungen beim Umsatteln von Fedora Core 5 auf Fedora 7.
Am Anfang zusammenfassend kann ich gleich mal sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat, eine neue Version einzuspielen. Ich halte ja nichts von den allzu kurzen Veröffentlichungszeiten vom Fedora Projekt. Man ist da immer etwas am "hinterherhecheln". Im November kommt schon wieder Fedora 8 raus und dann werde ich sicher wieder ein paar Versionen warten, bis ich nachziehe. Denn: Das kostet jedes Mal eine Menge Zeit und Arbeit, bis man wieder ansatzweise seine gewohnte Umgebung zusammen hat, ob ich nun neu installiere oder aktualisiere. Ich habe mich in diesem Fall für eine Neuinstalltion entschieden. Bei den letzten Updates hatte sich doch einiges an Altlasten angesammelt, die ich so loswerden wollte.
Vorbereitungen
Ich hatte mir das DVD-Image (x86_64) von der Fedora-Seite heruntergeladen und gebrannt. Es lohnt sich, die Releasse-Notes vorher zu lesen. Wichtige Neuerungen und Tipps zum Installations-Vorgang stehen da drin. Da ich ein vorsichtiger Mensch bin, habe ich meine Partitionen einzeln auf eine externe USB-Platte gesichert. Das funktioniert mit dem Befehl dd ganz einfach:
dd if=/dev/PARTITION(z.B.hda2) of=PFAD_ZUR_USB-PLATTE/partition.imgBeim Rückspielen werden einfach die Darteien gewechselt. So gehe ich sicher, dass ich meinen alten Systemzustand jeder Zeit ganz simpel wieder bekommen kann. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass es lange dauert, da die gesamte Partition - auch die freien Teile - mit gesichert werden. Außer diesem Backup standen mir alle wichtigen alten Konfigurationsdateien auch lesbar zur Verfügung. Das war ziemlich wichtig, wie sich bald herausstellte.
Die Installation
Mit eingelegter DVD neu starten. Es erscheint der Boot-Bildschirm der DVD. Hier habe ich tab gedrückt, um die Boot-Parameter mit "vesa" zu ergänzen. Aus Erfahrung weiß ich nämlich, dass bei meiner Radeon x600 Grafikkarte ansonsten der Bildschirnm schwarz bleibt. Die Installation gestaltete sich ansonsten unkompliziert. Ich wählte - wie erwähnt - eine Neuinstallation, bei der ich die Partitionierung selbst festlegte. Die einzelnen Pakete habe ich vor der Installation genau festgelegt, mich also nicht auf "Programm-Gruppen" verlassen.
Der erste Start
Nun begann der unschöne Teil meiner Fedora 7-Exkursion! Denn beim ersten Start blieb der Bildschirm schwarz als es gerade den Gnome-Anmeldebildschirm geben sollte. Besonders toll war auch, dass sich firstboot eingeschaltet hatte und verhinderte, dass ich wenigstens eine Textkonsole nutzen konnte. Naja. Ich geriet nicht in Panik, sondern startet neu, diesmal im "Interaktiven Modus" ("I" beim Bootvorgang drücken). Damit hatte ich zwar immer noch kein "X", aber konnte zumindest den Start von firstboot verhindern und mich als ROOT einloggen. Der mitgelieferte nano-Editor ermöglichte es mir, die Datei /etc/X11/xorg.conf zu editieren. Dort fehlte im Wesentlichen folgender zusätzlicher Eintrag beim Radeon-Treiber:
Option "MonitorLayout" "LVDS,AUTO"Damit weiß der Treiber dann auch, dass er den Laptop-Bildschirm zur Grafikausgabe nutzen soll. Die Grafik-Modi meines Bildschirms musste ich auch noch aus meiner alten xorg.conf übertragen. Danach lief Gnome ohne Probleme.
Exkursion in die neue Welt
Ab jetzt hatte ich viel Spaß! Das neue Design gefällt mir gut. Hier noch ein paar Dinge, über die ich mioch sehr freue:
- Der GPL-Teiber für meine Radeon-Karte funktioniert jetzt einwandfrei. Sogar das "Direct Rendering" ist laut glxinfo möglich.
- Nette Bildschirm-Effekte, wie Durchsichtigkeit und schwabbelnde Fenster sind kein Problem und funktionieren auf Knopfdruck (System | Einstellungen | Darstellung | Desktopeffekte).
Anmerkung vom 4.09.2007: Inzwischen habe ich den Windows-Manager compiz, der hinter den Effekten steht, wieder deaktiviert, nachdem ich ein paar unschöne Abstürze hatte, bei denen gar nichts mehr ging. - Die Programme zur Software-Aktualisierung und die grafische YUM-Schnittstelle scheinen mir jetzt ausgereifter zu sein. Ich kann damit gut arbeiten und brauche somit kein yumex mehr.
- Viele meiner gewohnten Arbeitsprogramme sind in den neuen Versionen wirklich stabiler, besser oder mit neuen Features versehen. Z.B. startet ekiga jetzt ohne dass die Annmeldung fehlschlägt und ich nochmals starten muss. Das IM-Programm pidgin macht einen so guten Eindruck, dass ich spontan von licq darauf umstellte.
Natürlich gab es auch einige Schwierigkeiten. Über die Lösungen dazu werde ich nach und nach detaillierter Berichten.


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